Wenn die Riester-Förderung verloren geht!

Christian Altersvorsorge, Riester Leave a Comment

Vorletzte Woche berichtete die Stiftung Warentest über die Rückbuchung von Zulagen bei der Riester-Rente. Verschiedene Medien, darunter der Focus und auch die Süddeutsche sowie die FAZ haben im Anschluss daran über das Thema geschrieben.

Grundsätzlich prüft die ZfA (Zentrale für Altersvermögen) in einem standardisierten Verfahren, ob Zulagen rechtmäßig vergeben wurden und buchen diese im Zweifel einfach vom entsprechenden Konto wieder ab. Als Riester-Sparer erfährst du davon nur über deinen Jahresauszug.

An dieser Stelle will ich nicht über den generellen Sinn oder Unsinn einer Riesterrente diskutieren (meine generelle Abneigung gegen über diesem völlig intransparenten und komplexen Konstrukt habe ich bereits erwähnt).

In diesem Beitrag geht es mir darum, dass du dir schnell einen Überblick verschaffen kannst, wie du deine Zulagen richtig beantragst. Denn es wäre nichts ärgerlicher als die Zulagen (ohne diese macht Riestern überhaupt keinen Sinn, da einfach zu teuer!) zu verlieren.

Zulagen

Die Zulagen setzen sich aus einer Grundzulage (154 Euro) für Erwachsene und einer Kinderzulage (vor 2008 Geborene: 185 Euro, ab 2008 Geborene: 300 Euro) zusammen.

Berechnung des notwendigen Beitrages

Was den meisten bekannt ist: Du musst mindestens 4 Prozent deines rentenversicherungspflichtigen Einkommens aus dem Vorjahr in deinen Riestervertrag einzahlen damit du die volle Zulage erhältst.
Begrenzt werden diese Einzahlungen nach unten und oben: Du musst unabhängig vom Einkommen mindestens 60 Euro jährlich einzahlen, um die Förderung überhaupt zu bekommen. Bei 2.100 Euro Einzahlung ist die Grenze nach oben. Bei einem rentenversicherungspflichtigen Einkommen über 52.500 Euro musst du also trotzdem nur 2.100 Euro einzahlen, damit du die maximale Förderung bekommst.

Bitte beachte:

1) Du musst nie die vollen 4 Prozent einzahlen. Dein Eigenanteil reduziert sich um die Zulagen, die du erhältst.
2) Die von dir geleisteten Beiträge plus die Zulagen kannst du als Sonderabgaben bei der Steuer ansetzen. Wenn die geleisteten Zulagen kleiner sind als die mögliche Steuerersparnis, erhältst du über die Steuer eine zusätzliche Förderung.

Tipp: Es gibt im Internet jede Menge Rechner, mit denen du deine Förderung und gleichzeitig deinen Steuervorteil berechnen kannst. Diesen hier finde ich sehr gut!

Das Risiko liegt dazwischen

Unproblematisch ist die Sache mit den Zulagen, wenn dein Einkommen kleiner ist als 5.350 Euro. Dann zahlst du als Lediger immer 60 Euro Eigenbeitrag und erhältst die maximale Förderung. Wenn du Kinder hast, darf dein Einkommen sogar noch darüber liegen und du zahlst dennoch nur 60 Euro Eigenbeitrag. Da musst du rechnen (hier noch mal der Link zum Rechner). Wenn du mehr als 52.500 Euro verdienst, musst du bei den Einzahlungen auch nur darauf achten, ob du die Kinder und Lebensgefährten oder Ehepartner richtig angegeben hast.

Grafik_Beitragsentwicklung

Generell besteht aber das Problem dazwischen, nämlich wenn dein Einkommen im Bereich zwischen 5.350 Euro und 52.500 Euro steigt oder fällt. Beides ist unangenehm: Fällt dein Einkommen, zahlst du mehr in den Vertrag ein, als du müsstest (um die volle Zulage zu erhalten). Steigt dein Einkommen, ist die Situation aber noch schlechter. Denn dann kannst du schnell die volle Zulage verlieren. In diesem Fall wird dir die Zulage gekürzt.

Und das finde ich richtig SCH…

Generell liegt es in deiner Verantwortung dafür Sorge zu tragen, dass du deine Zulage richtig beantragst. Ich frage mich allerdings (und mir liegen hier dokumentierte Fälle vor), warum derjenige, der dir diesen Vertrag „angedreht“ hat, sich nicht darum kümmert?
Immerhin nutzen die Versicherungsverkäufer die Zulagen als größtes Verkaufsargument. Und wie du in der unten stehenden Grafik sehen kannst, verdienen sie auch sehr ordentlich mit dem Verkauf von Riesterverträgen.

Grafik_Riester-Zulagen

Wenn du die Zulage verlierst, oder sie dir gekürzt wird, verliert das Hauptverkaufsargument der Versicherungsverkäufer ganz schnell ihre Wirkung.
Was du meiner Meinung nach tun solltest: Ruf deinen Versicherungsverkäufer (oder sie) an und sag ihm, er soll sich kümmern und dir weiterhelfen. Die haben auch die notwendigen Anträge. Im Zweifel haben die direkt am Anfang einen Dauerantrag gestellt. Damit ist das bei denen vom Tisch. Und wenn dann was schief läuft, bist du Schuld… denn du hättest dich ja melden können. Ich könnt mich aufregen!

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