Neue Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Versicherung

Christian Versicherungen Leave a Comment

 

 Akualisierung: Ich habe die aktuellen Sätze für 2015 ergänzt! 

Aktuell wurden die voraussichtlichen Beitragsbemessungsgrenzen für die gesetzlichen Versicherungen veröffentlicht. Diese müssen zwar Ende des Jahres noch vom Bundesrat verabschiedet werden, was aber eine Formsache sein sollte.
In diesem Artikel zeigen ich dir die Entwicklung der Grenzsätze und wenn es dich interessiert, bekommst du unten eine Erklärung dazu.

Übersicht

Beitragsbemessungsgrenzen (BBG)

Die Beitragsbemessungsgrenze stellt die Höchstgrenze dar, bis zu der Beiträge in die jeweilige Sozialversicherung abgeführt werden müssen. Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze werden nicht belastet.
Berechnung: Die Beitragsbemessungsgrenzen werden jährlich an die Lohnentwicklung angepasst. Das Vorgehen zur Berechnung ist in § 159 SGB VI festgelegt.

Jahresentgeltgrenze (JEG)

Nach § 5 SGB V besteht Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung für Arbeitnehmer (Arbeiter und Angestellte) sowie Auszubildende, die gegen Entgelt beschäftigt sind. Es gibt allerdings eine Grenze (Jahresentgeltgrenze), bis zu der die Versicherungspflicht gilt. Liegt das regelmäßige Arbeitsentgelt über dieser Grenze, haben die Betroffenen ein Wahlrecht: Entweder versichern sie sich weiterhin freiwillig in der Gesetzlichen Krankenversicherung oder sie wechseln in die Private Krankenversicherung.
Die Berechnung der Jahresentgeltgrenze ist ein wenig komplex. Wenn du bei deiner Anstellung direkt ein höheres Gehalt als die JEG erhältst, bist du direkt versicherungsfrei und kannst wählen. Erhöht sich während einer Beschäftigung dein Einkommen gilt § 6 Abs. 4 SGB V. Danach endet deine Versicherungspflicht zum Ende des Kalenderjahres, in dem du dauerhaft die monatliche Grenze (4.462,50 Euro im Jahr 2014) überschritten hast.

Beispiel: Du erhälst von Januar 2014 bis November 2014 ein monatliches Entgelt von 4.300 Euro und ab Dezember 2013 4.600 Euro. Unter der Voraussetzung, dass die Erhöhung deines Entgeltes dauerhaft (in 2015) ist, endet deine Versicherungspflicht zum 31.12.2014. Es ist völlig egal, ob dein Jahresentgelt 2014 insgesamt unter der JEG bleibt. Wichtig ist nur das aktuelle Gehalt und die Dauerhaftigkeit.

Anmerkungen zur Jahresentgeltgrenze

Es gibt noch die „besondere ermäßigte Jahresarbeitsentgeltgrenze“. Diese wird von 48.600 Euro auf 49.500 Euro angehoben. Sie gilt für Altfälle der Privaten Krankenversicherung. Alle Arbeitnehmer, die am 31.12.2002 wegen Überschreiten der JEG versicherungsfrei und privat versichert waren. Hintergrund ist die starke Anhebung der JEG zum 01.01.2003, die einen Übergang von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung erschweren sollte. Alle zu diesem Zeitpunkt bereits private Versicherten erhielten somit Bestandsschutz.

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